Über barrierefreies Audio, Hörassistenz und moderne Veranstaltungsorte.
Im aktuellen INTHEGA Kultur-Journal 2/2026 wurde Summitwave unter dem Titel „Wenn der Saal sendet“ vorgestellt. Kurz darauf konnten wir genau dieses Thema auf dem INTHEGA-Theatermarkt in Bielefeld mit vielen Veranstaltungsstätten, Kulturämtern und technischen Verantwortlichen diskutieren.
Für uns war dieser Austausch besonders wertvoll, weil er gezeigt hat: Das Thema Hörassistenz ist in der Branche angekommen aber die Ausgangslagen sind sehr unterschiedlich.
Manche Häuser stehen noch ganz am Anfang und haben bisher kaum Berührungspunkte mit technischer Hörunterstützung. Andere kennen klassische Induktionsanlagen, wissen aber nicht genau, wie gut diese im eigenen Haus funktionieren oder wie sie in Zukunft ersetzt oder ergänzt werden können. Und erste Veranstaltungsorte beschäftigen sich bereits konkret mit Auracast oder setzen erste Lösungen um.
Genau dieses breite Spektrum haben wir auf der INTHEGA erlebt.
Und es bestätigt unseren Eindruck: Barrierefreies Audio ist kein Randthema mehr. Es wird zu einer Infrastrukturfrage für moderne Veranstaltungsorte.

Summitwave im INTHEGA Kultur-Journal 2/26
Viele Häuser, ähnliche Fragen
Auf der INTHEGA haben wir vor allem mit kleinen und mittleren Veranstaltungsstätten gesprochen: Stadthallen, Kulturhäuser, Theater, kommunale Veranstaltungsorte und multifunktionale Räume.
Diese Häuser haben oft sehr praktische Fragen:
Was ist heute überhaupt Stand der Technik?
Müssen wir eine Induktionsschleife installieren?
Funktioniert das auch ohne große bauliche Eingriffe?
Können Gäste eigene Hörgeräte oder Kopfhörer nutzen?
Brauchen wir trotzdem Leihgeräte?
Wie erklären wir das dem Publikum?
Was passiert bei Gastspielen mit wechselnder Technik?
Können wir damit auch Übersetzung oder Audiodeskription anbieten?
Auffällig war: Die Frage ist selten nur technisch. Es geht fast immer um Betrieb.
Eine Lösung muss nicht nur auf dem Papier funktionieren. Sie muss an der Abendkasse, an der Garderobe, im Technikraum und während der Veranstaltung funktionieren. Sie muss für das Personal erklärbar sein und für Gäste verständlich bleiben.
Genau hier entscheidet sich, ob Barrierefreiheit im Alltag wirklich ankommt.
Warum „lauter“ nicht automatisch verständlicher ist
In vielen Gesprächen wurde schnell klar: Wenn Menschen im Saal schlecht verstehen, liegt das nicht nur an der Lautstärke.
Sprache kann laut und trotzdem unverständlich sein. Abstand zur Bühne, Nachhall, Nebengeräusche, Reflexionen und schwierige Sitzpositionen beeinflussen, wie klar Sprache ankommt. Für Menschen mit Hörbeeinträchtigung wird das besonders schnell zur Barriere.
Ein Hörgerät kann viel leisten. Aber wenn das Signal bereits mit Raumhall und Störgeräuschen am Ohr ankommt, wird auch ein verstärktes Signal nicht automatisch verständlich.
Deshalb braucht moderne Hörassistenz einen anderen Ansatz:
Nicht einfach lauter machen.
Sondern das Signal näher an die Zuhörenden bringen.
Ein klares Audiosignal macht den Inhalt erreichbar – so wie eine Rampe den Raum erreichbar macht.
Der Saal als Sender
Mit Auracast entsteht eine neue Möglichkeit, Audio in Veranstaltungsräumen bereitzustellen. Vereinfacht gesagt funktioniert Auracast wie ein „Bluetooth-Radio“ für Räume: Ein Sender stellt einen oder mehrere Audiostreams bereit, und viele Empfänger können gleichzeitig zuhören.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu klassischem Bluetooth. Dort wird meist ein Gerät einzeln mit einem anderen gekoppelt. Für einen öffentlichen Veranstaltungsraum ist das unpraktisch. Niemand möchte vor einer Vorstellung jedes Hörgerät, jeden Kopfhörer oder jedes Smartphone einzeln verbinden.
Beim Broadcast-Prinzip sendet der Raum. Die Gäste wählen den passenden Stream. Das Signal kommt direkt bei ihnen an – zum Beispiel auf kompatiblen Hörgeräten, Earbuds, Kopfhörern oder speziellen Empfängern.
Für Veranstaltungsorte bedeutet das: Die vorhandene Beschallung bleibt bestehen. Das künstlerische Klangbild im Saal wird nicht ersetzt. Aber Menschen, die ein klareres Signal benötigen, erhalten einen zusätzlichen, direkten Zugang zum Ton.
Der Saal wird nicht einfach lauter.
Er wird zugänglicher.
TX und RX: Technik für den echten Veranstaltungsbetrieb
Das Summitwave-System besteht aus zwei zentralen Komponenten:
Der TX ist der Sender. Er wird in bestehende Audio-Setups integriert, zum Beispiel in eine PA-Anlage, ein Mischpult, einen Konferenzraum oder eine medientechnische Installation. Das Ziel ist nicht, die vorhandene Technik zu ersetzen, sondern sie um einen zusätzlichen Signalweg zu erweitern.
Der RX ist der Empfänger. Er kann als Leihgerät ausgegeben werden, wenn Gäste kein eigenes kompatibles Gerät haben oder eine einfache, verlässliche Lösung vor Ort benötigen. Über den RX kann ein Audiostream ausgewählt und über Kopfhörer oder passendes Zubehör genutzt werden.
Das ist besonders wichtig, weil Auracast zwar ein Zukunftsstandard ist, aber nicht alle Menschen sofort passende Endgeräte besitzen werden. Barrierefreiheit darf nicht davon abhängen, ob jemand das neueste Hörgerät oder die neuesten Earbuds dabeihat.
Deshalb braucht es beides:
Offenheit für persönliche Geräte.
Und eine verlässliche Leihlösung für den Veranstaltungsort.

Ein Thema, viele Anwendungsfälle
Auf der INTHEGA wurde deutlich, dass Hörassistenz zwar der wichtigste Einstieg ist, aber nicht der einzige Anwendungsfall bleibt.
Hörassistenz
Menschen mit Hörbeeinträchtigung erhalten das Sprach- oder Bühnensignal direkt auf ein persönliches Empfangsgerät. Das reduziert den Einfluss von Raumhall und Nebengeräuschen und kann Sprache deutlich verständlicher machen.
Mehrsprachigkeit
Mehrere Sprachkanäle können parallel übertragen werden. Das ist interessant für internationale Gastspiele, Kongresse, Festivals, mehrsprachige Stadtveranstaltungen oder Führungen.
Audiodeskription
Für blinde und sehbehinderte Besucherinnen und Besucher kann ein zusätzlicher Kanal mit Bildbeschreibung angeboten werden. Der Raumklang bleibt für das übrige Publikum unverändert, während die Zusatzinformation direkt bei den Menschen ankommt, die sie benötigen.
Sprachfokus
Auch ein besonders sprachoptimierter Stream ist denkbar – etwa für Vorträge, Podiumsdiskussionen, Lesungen oder Veranstaltungen, bei denen Verständlichkeit wichtiger ist als ein musikalisch gemischtes Saalsignal.
Das Entscheidende ist: Diese Anwendungen müssen nicht als vier getrennte Speziallösungen gedacht werden. Sie können Teil derselben modernen Audio-Infrastruktur sein.
[BILD 5 – MESSEGESPRÄCH / STANDSZENE]
Motiv: Gespräch am Summitwave-Stand, Geräte im Vordergrund, Besucher im Hintergrund.
Alt-Text: Beratungsgespräch am Summitwave-Stand auf dem INTHEGA-Theatermarkt.
Bildunterschrift: Viele Gespräche auf der INTHEGA drehten sich um die gleiche Frage: Wie wird Hörassistenz im Veranstaltungsalltag wirklich praktikabel?
Was wir von der INTHEGA mitnehmen
Unser wichtigster Eindruck: Die Branche ist sehr offen für neue Lösungen, aber sie braucht Orientierung.
Viele Häuser wissen, dass sie sich mit Hörassistenz beschäftigen müssen. Gleichzeitig ist der Markt unübersichtlich. Klassische Induktion ist bekannt, aber nicht immer verstanden. Auracast ist spannend, aber für viele noch neu. Manche haben noch gar keine Lösung. Andere sind schon erstaunlich weit.
Gerade kleine und mittlere Veranstaltungsstätten brauchen deshalb keine abstrakte Zukunftsvision, sondern konkrete Antworten:
Was lässt sich mit unserer bestehenden Technik machen?
Wie groß ist der Installationsaufwand?
Wie viele Empfänger brauchen wir?
Wie schulen wir unser Personal?
Wie informieren wir unser Publikum?
Wie testen wir das Ganze, ohne sofort das komplette Haus umzubauen?
Diese Fragen nehmen wir aus Bielefeld mit.
Und sie bestärken uns darin, Summitwave nicht nur als Produkt zu denken, sondern als System für den Alltag: technisch robust, verständlich erklärbar und passend zu den Abläufen in Veranstaltungsorten.
Pilotprojekte gesucht
Nach den Gesprächen auf der INTHEGA suchen wir gezielt weitere Pilotprojekte mit kleinen und mittleren Veranstaltungsstätten, die moderne Hörinfrastruktur praktisch testen möchten.
Besonders interessant sind:
Stadthallen
Kulturhäuser
Theater
Kirchen
Hochschulen
Museen
Kommunale Veranstaltungsräume
Mehrzweckhallen
Ein Pilotprojekt muss nicht sofort das gesamte Haus umfassen. Oft ist ein klar abgegrenzter Start sinnvoll: ein Saal, eine Veranstaltungsreihe, ein Vortrag, ein Gastspiel, ein Gottesdienst oder ein Format mit besonderem Bedarf.
So lässt sich im echten Betrieb herausfinden:
Wie funktioniert die Abdeckung im Raum?
Wie reagieren Besucherinnen und Besucher?
Wie viele Leihgeräte werden tatsächlich gebraucht?
Welche Erklärung ist verständlich?
Welche Kanäle sind sinnvoll?
Wie lässt sich das System in bestehende Abläufe integrieren?
Aus solchen Projekten entsteht nicht nur Technik. Es entsteht Erfahrung.

Fazit: Zugänglichkeit hört nicht an der Saaltür auf
Barrierefreiheit wird oft zuerst architektonisch gedacht: Rampen, Aufzüge, Rollstuhlplätze oder Leitsysteme. All das ist wichtig. Aber ein Mensch kann im Raum sitzen und trotzdem vom Inhalt ausgeschlossen sein.
Wenn Sprache nicht verständlich ist, bleibt eine Veranstaltung unzugänglich.
Ein Saal, der sendet, kann das ändern. Er bringt Audio nicht nur allgemein in den Raum, sondern macht es individuell zugänglich – für Hörgeräte, Kopfhörer, Leihreceiver, Mehrsprachigkeit und Audiodeskription.
Die INTHEGA hat uns gezeigt, wie groß der Bedarf an praktischen, verständlichen und bezahlbaren Lösungen ist. Sie hat aber auch gezeigt, wie viel Offenheit in der Branche vorhanden ist.
Für uns ist klar: Moderne Hörassistenz wird nicht durch ein einzelnes Gerät gelöst. Sie entsteht durch gute Technik, gute Integration und gute Erklärung.
Genau daran arbeiten wir mit Summitwave.
Auracast in Ihrem Haus testen
Sie möchten barrierefreies Audio, Mehrsprachigkeit oder Audiodeskription in Ihrem Veranstaltungsort testen?
Sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie dabei, Summitwave Beacon und Scout in Ihre bestehende Audio-Infrastruktur zu integrieren – vom ersten Test bis zum skalierbaren Konzept.