Innsbruck, Juni 2026. Aufgeführt am 18. und 19. Juni 2026 im BRUX, Freies Theater Innsbruck.
Wie die Auracast-Technik von Summitwave die immersive Performance „BODIES IN BIAS“ im BRUX zu einem sozialen Experiment gemacht hat, das man hören kann.
Am 18. und 19. Juni 2026 hat die Choreografin Emmanuelle Vinh das BRUX in Innsbruck in ein soziales Experiment verwandelt. In ihrer neuen OFFTANZ-Produktion BODIES IN BIAS ging es um Macht, Privilegien und Ausschluss. Erklärt wurde davon wenig. Stattdessen sollte das Publikum diese Themen am eigenen Körper spüren. Ein großer Teil davon lief über das Gehör, und genau dafür war unsere Auracast-Technik im Einsatz.
Für uns als junge Firma aus Innsbruck war das ein besonderer Abend. Normalerweise sorgt unsere Technik dafür, dass in Kirchen, Sälen oder Hörsälen möglichst alle gut hören. Hier wurde sie umgekehrt eingesetzt. Der Klang diente diesmal dazu, Ungleichheit erfahrbar zu machen.
Wie Auracast das Publikum teilt
Den größten Unterschied machte das Hören. Ein Teil des Publikums bekam über Kopfhörer zusätzliche Informationen. Der andere Teil hörte nur den normalen Raumklang. Dadurch entstand ein Ungleichgewicht beim Wissen. Wer die Informationen hatte, fand sich besser zurecht. Wer sie nicht hatte, blieb im Ungewissen.
Möglich wurde dieser Unterschied durch unsere Auracast-Technik. Summitwave stellte dafür einen Summitwave TX6D als Sender und mehrere RX-Empfänger bereit. Der TX6D sendete eine eigene Tonspur in den Raum. Wer einen Empfänger trug, hörte sie klar und ohne spürbare Verzögerung. Auf diese Weise wurde der Klang selbst zu einem Akteur, der auswählt und lenkt.
Ein Teil des Publikums verfolgt die Performance über Auracast-Empfänger. Die Person rechts sitzt ohne Kopfhörer und hört nur den Raumklang. So wird die Ungleichheit sichtbar.
Warum Auracast?
Auracast ist eine neue Art der Audioübertragung auf Basis von Bluetooth LE Audio. Anders als bei einer normalen Bluetooth-Verbindung sendet ein Gerät ein Signal, das beliebig viele Empfänger gleichzeitig empfangen können. Eine App oder ein umständliches Koppeln braucht es dafür nicht. Für eine immersive Performance hat das mehrere Vorteile:
• Für viele zugleich: Eine ganze Gruppe konnte denselben Kanal hören. Oder eben bewusst davon ausgeschlossen werden.
• Steuerbar: Die Inszenierung konnte festlegen, wer welche Information bekommt.
Ein eigener Hörkanal begleitet einzelne Zuschauer*innen durch den Raum. | Die Tonquelle: Live-Musik und Sounddesign liefern das Signal, das der TX6D an die Empfänger verteilt. |
Vom Hilfsmittel zum künstlerischen Material
Normalerweise steht Auracast für Teilhabe. Die Technik soll dafür sorgen, dass alle gut hören, unabhängig von der Hörfähigkeit. Emmanuelle Vinh hat diese Idee umgedreht. Sie hat den Zugang zum Klang bewusst ungleich verteilt, um Ausschluss erfahrbar zu machen. Dieselbe Technik, die sonst Barrieren abbaut, hat hier gezeigt, wie sich Ungleichheit anfühlt.
„Diese Unsicherheit ist kein billiger dramaturgischer Effekt, sondern ein produktiver Zustand.“
Emmanuelle Vinh, Choreografin von BODIES IN BIAS
Für uns war dieser Abend ein gutes Beispiel dafür, was mit der Technik möglich ist. Auracast ist nicht nur ein Hilfsmittel für besseres Hören. Es lässt sich auch dort einsetzen, wo Klang gezielt im Raum verteilt werden soll, etwa in der Veranstaltungstechnik oder, wie hier, in der zeitgenössischen Kunst.
Über Auracast bekommt jede Person ihren eigenen Tonkanal, der für alle synchron läuft.
Über Summitwave
Summitwave ist eine junge Firma aus Innsbruck. Wir entwickeln Auracast-Produkte auf Basis von Bluetooth LE Audio, für assistives Hören und für die Tonverteilung bei Veranstaltungen und im öffentlichen Raum. Unsere wichtigsten Produkte sind der Sender Summitwave TX6D und der Empfänger RX. Unser Ziel ist einfach: den richtigen Klang ans richtige Ohr bringen.
Über das Brux
https://www.brux.at/bodies-in-bias/