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Silent Events, Silent Conferences und Touren: Was macht Auracast anders?

29. Juli 2026 durch
Patrick Strübin

Silent Events, Silent Conferences und Touren: Welches Funksystem passt?

Silent Events sind längst kein Nischenformat mehr. Silent Disco, Silent Conference, Werksführung, Stadtführung, Simultandolmetschung: Überall dort wird Ton nicht über Lautsprecher verteilt, sondern direkt auf den Kopf. Die Frage ist nur, über welchen Weg. Dieser Beitrag sortiert die Systeme, die im Markt tatsächlich eingesetzt werden – und zeigt, was sich mit Auracast ändert.

Was tatsächlich eingesetzt wird

Wer ein Silent Event plant, trifft in der Praxis auf eine überschaubare Zahl von Systemen.

Analoger UHF-Funk ist das Arbeitspferd der Branche. Die klassischen Silent-Disco-Kopfhörer mit den leuchtenden Kanalfarben arbeiten überwiegend so: ein Sender pro Kanal, meist drei Kanäle, Empfänger direkt im Kopfhörer. Robust, im Bestand günstig, erprobt.

Digitalfunk im 2,4-GHz-Band oder auf DECT-Basis hat sich vor allem bei Führungen und in der Dolmetschtechnik durchgesetzt. Bessere Audioqualität als analoger Funk, oft mehr Kanäle, teilweise Verschlüsselung, bei manchen Produkten ein Rückkanal für die Gruppe.

Infrarot ist der Klassiker der Konferenzdolmetschung. In Kongresszentren mit Dolmetschkabinen bis heute weit verbreitet, weil es viele Kanäle sauber überträgt und das Signal den Saal nicht verlässt. Für mobile Formate spielt es kaum eine Rolle.

WLAN- und App-basiertes Streaming läuft über das Hausnetz auf das Smartphone der Gäste. Das spart Leihgeräte, hängt aber vollständig an der Netzqualität und bringt eine Verzögerung mit, die bei Live-Formaten stört.

Auracast ist der jüngste Zugang: Broadcast-Audio als Teil des Bluetooth-Standards, mit einem entscheidenden strukturellen Unterschied – Sender und Empfänger stammen nicht mehr zwingend vom selben Hersteller.

Die Systeme im Überblick

Kriterium

Analoger UHF-Funk

Infrarot

Digitalfunk (2,4 GHz / DECT)

Auracast

Typisches Einsatzfeld

Silent Disco, Freifläche

Dolmetschung im Saal

Führungen, Dolmetschung

alle Formate

Kanäle

meist 3

viele, sauber getrennt

mehrere bis viele

bis zu 6 pro Sender

Empfängerbestand

herstellergebunden

herstellergebunden

herstellergebunden

herstellerübergreifend

Skalierung auf Fläche

mehr Sendeleistung

zusätzliche Strahler

je nach System

mehrere Sendezellen, Empfänger wechselt selbst

Mehrere Räume / Zonen

ein Kanal überall gleich

pro Raum eigenes System

je nach System

pro Zone eigener Inhalt möglich

Latenz

vernachlässigbar

vernachlässigbar

gering

niedrig, lippensynchron

Verschlüsselung

nein

nein, aber raumgebunden

je nach System

ja, AES-128 im Standard

Rüstzeit im Verleih

Kanal am Gerät stellen

Kanal am Gerät stellen

je nach System

Massenprogrammierung über Dock

Zusätzlich empfangbar von

Auracast-fähigen Earbuds und Hörgeräten

 

Skalierung: die Fläche bestimmt die Zahl der Sender, nicht die Grenze des Systems

Bei der Reichweite wird oft falsch herum gedacht. Die Frage ist nicht, wie weit ein einzelner Sender kommt, sondern wie viele Zugangspunkte eine Fläche braucht.

Auracast ist darauf ausgelegt. Mehrere Sender können denselben Inhalt bereitstellen und ein Gelände in Zellen abdecken – vergleichbar mit WLAN-Access-Points. Der Empfänger sucht sich den jeweils besten Zugangspunkt und wechselt beim Weitergehen. Für den Gast bleibt es ein Kanal; technisch übernimmt im Hintergrund eine andere Zelle.

Das ändert die Planungslogik grundlegend. Ein Festivalgelände, ein mehrstöckiges Kongresshaus, ein Museum mit verwinkeltem Grundriss oder ein Werksgelände lassen sich nicht mit einem einzelnen starken Sender abdecken, sondern mit einer sinnvoll gesetzten Zahl von Zellen. Wo die Menge dicht steht, setzt man die Zellen enger – kurze Wege zum nächsten Sender sind wirksamer als mehr Leistung an einem einzigen.

Genau hier zahlt sich ein dedizierter Empfänger aus. Er kann den Wechsel zwischen den Zellen gezielt und vorhersehbar handhaben, statt dem jeweiligen Endgerät des Gastes zu überlassen, wie gut das funktioniert. Für den Veranstalter heißt das: planbare Abdeckung statt Zufall.

Ein Bestand, der überall funktioniert

Der strukturell wichtigste Unterschied liegt nicht im Ton, sondern in der Kompatibilität.

Bei UHF, Infrarot und Digitalfunk passen Empfänger und Sender nur innerhalb einer Produktfamilie zusammen. Wer einen Bestand aufbaut, bindet sich an einen Hersteller – und an dessen Preise, Verfügbarkeit und Produktzyklen.

Auracast-Empfänger folgen einem offenen Standard. Sie funktionieren an jeder Auracast-Installation, unabhängig davon, wessen Sender dort läuft. Ein Bestand ist damit nicht mehr Zubehör zu einem System, sondern ein eigenständiges Betriebsmittel.

Mehrere Kanäle, ohne mehr Hardware

Ein Summitwave TX überträgt bis zu sechs Streams parallel. Für eine Silent Conference mit drei Tracks, eine zweisprachige Führung oder eine Veranstaltung mit Originalton plus Übersetzung genügt ein Gerät.

Über mehrere Zellen lässt sich das weiterdenken: In einer Zone läuft ein anderes Programm als in der nächsten, ohne dass dafür getrennte Systeme aufgebaut werden müssten. Ein Gelände kann so gleichzeitig eine Bühne, einen Vortragsraum und eine Führung bedienen.

Silent Conference: mehrere Programme in einem Raum

Bei einer Silent Conference laufen mehrere Vorträge, Workshops oder Diskussionen parallel im selben Raum. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer wählt den Kanal, dem sie oder er folgen möchte. Was früher drei getrennte Räume gebraucht hätte, findet in einem Saal statt, ohne dass sich die Programme gegenseitig übertönen.

Genau dafür ist Broadcast-Audio gebaut. Gewechselt wird direkt am Empfänger – wer zwischen zwei Sessions wechseln möchte, wechselt den Stream, nicht den Raum.

Für den Veranstalter ist entscheidend, dass die Ausgabe einfach bleibt. Empfänger werden vor der Veranstaltung über die Dockingstation programmiert, am Einlass ausgegeben und danach wieder eingesammelt – ein Ablauf, den Eventpersonal ohne Schulung beherrscht.

Sicherheit: offen senden oder verschlüsseln

Broadcast-Audio heißt zunächst: Das Signal geht offen in den Raum. Bei einer Silent Disco ist das genau richtig. Bei einer internen Betriebsversammlung, einer Investorenveranstaltung oder einer vertraulichen Verhandlung mit Dolmetschung ist es das nicht.

Auracast hat die Antwort dafür im Standard, sie muss nicht zugekauft werden. Ein Stream lässt sich mit einem Broadcast-Code verschlüsseln, die Übertragung ist AES-128-gesichert. Ohne diesen Code – vier bis sechzehn Zeichen – ist der Stream zwar auffindbar, aber nicht abhörbar. Der Code kann am Einlass ausgegeben, auf die Tagesordnung gedruckt oder als QR-Code bereitgestellt werden.

Beides läuft nebeneinander: Ein Sender kann gleichzeitig einen offenen Kanal für das Publikum und einen geschlossenen für einen internen Kreis übertragen.

Zum Vergleich: Analoger UHF-Funk ist grundsätzlich unverschlüsselt. Wer im Umkreis einen Empfänger auf denselben Kanal stellt, hört mit – auch außerhalb des Geländes. Infrarot löst das physikalisch, weil Licht nicht durch Wände geht; zuverlässig, solange der Raum keine Glasfront hat. Bei digitalen Funksystemen hängt es vom Produkt ab. Auracast ist das einzige System im Feld, bei dem Verschlüsselung Teil der Spezifikation ist und nicht Teil der Preisliste.

Latenz: hier gewinnt Auracast nicht

Fairerweise: Analoger UHF-Funk und Infrarot übertragen praktisch verzögerungsfrei. Auracast ist digital und damit nicht ganz so schnell.

Für die Praxis ist das unkritisch – die Verzögerung liegt niedrig genug, dass Bild und Ton synchron bleiben, was bei Live-Bühne, Film oder Vortrag zählt. Aber es ist kein Argument, das für Auracast spricht.

Deutlich kritischer wird Latenz bei WLAN- und App-Lösungen, wo sie zusätzlich von der Netzlast abhängt und damit unvorhersehbar wird.

Für Verleiher: der Bestand wird universell

Für Unternehmen, die Veranstaltungstechnik vermieten, liegt der entscheidende Punkt beim Bestand – und der bleibt das Geschäft.

Ein Bestand an UHF-, Infrarot- oder Digitalfunkempfängern ist an die Sender desselben Herstellers gebunden. Vermietet werden kann er nur zusammen mit dem eigenen System. Steht beim Kunden bereits eine Anlage, ist der eigene Bestand dort wertlos – und umgekehrt bindet jeder neue Auftrag an dieselbe Produktfamilie.

Bei Auracast fällt diese Bindung weg. Ein Auracast-Bestand funktioniert an jeder Auracast-Installation, auch dort, wo die feste Technik von jemand anderem stammt. Aus einem systemgebundenen Zubehör wird ein universelles Betriebsmittel, das sich auf mehr Aufträge verteilen lässt.

Dazu kommt die Bandbreite der Formate. Silent Conference mit drei Tracks, Simultandolmetschung beim Kongress, Werksführung, Silent Cinema, Hörunterstützung bei einer Tagung: Die Empfänger sind dieselben, nur der Stream ist ein anderer. Ein Bestand bedient Geschäftsfelder, für die bisher mehrere Systeme nötig waren.

Im Tagesgeschäft zählt außerdem der Ablauf. Der Summitwave RX kommt mit einer Dockingstation, die vier Empfänger gleichzeitig lädt und programmiert: Der richtige Stream wird einmal auf alle Geräte gespielt, nicht auf jedes einzeln. Das hält die Rüstzeit zwischen zwei Jobs kurz und macht die Ausgabe am Einlass zu einem Handgriff.

Wenn Sie den Aufbau eines Auracast-Bestands prüfen: Sprechen Sie uns an. Genau dafür ist der RX gebaut.

Randnotiz: zwei Nebeneffekte

Zwei Dinge fallen bei Auracast nebenbei ab, ohne dass dafür zusätzliche Technik nötig wäre.

Gäste mit eigenen Geräten. Wer Auracast-fähige Earbuds dabei hat, kann einen offenen Stream auch damit hören. Für den Veranstalter ist das eine Entlastung an der Ausgabe, kein Ersatz für einen Bestand: Verlässlich planbar ist nur, was man selbst ausgibt.

Barrierefreiheit. Derselbe Stream erreicht Auracast-fähige Hörgeräte und Cochlea-Implantate direkt. Was bei allen anderen Systemen ein separates Projekt ist – Induktionsschleife verlegen, Sonderempfänger beschaffen –, ist hier eine Eigenschaft der Anlage, die ohnehin steht. Wen das näher interessiert: ausführlich in Auracast – der Nachfolger von Induktionsschleife und Telecoil und in Wenn der Saal sendet.

Fazit

Die etablierten Systeme haben ihre Stärken: analoger UHF-Funk ist erprobt und günstig im Bestand, Infrarot überträgt viele Kanäle sauber im geschlossenen Saal. Beides funktioniert – innerhalb der jeweiligen Produktfamilie.

Auracast verschiebt drei Dinge gleichzeitig. Der Bestand ist nicht mehr an einen Hersteller gebunden. Die Fläche wird über Sendezellen skaliert, zwischen denen der Empfänger selbst wechselt, statt über einen einzelnen starken Sender. Und Verschlüsselung gehört zum Lieferumfang statt zur Optionsliste.

Für Veranstalter heißt das planbare Abdeckung auch auf großen Geländen. Für Verleiher heißt es: ein Bestand, der auf mehr Aufträge passt.

Auracast für Ihr Format testen

Sie planen ein Silent Event, eine Konferenz mit mehreren Tracks oder eine mehrsprachige Führung? Wir sehen uns Ihr Setup an und zeigen Ihnen, wie ein Auracast-Signalweg dazu passt – inklusive Zellenkonzept für die Fläche und einer realistischen Einschätzung, wie viele Empfänger Sie brauchen.